Buchtipp für Erwachsene September 2014

Véronique Olmi: Das Glück, wie es hätte sein können

Übersetzt von Claudia Steinitz. - 1. Aufl. - München: Kunstmann, 2014. - 219 S.
Originaltitel: Nous étions nés pour être heureux. - Aus dem Franz. übersetzt
ISBN 978-3-88897-927-9 fest geb. : EUR 19.95

(© Kunstmann)

Suzanne ist Klavierstimmerin, Mitte vierzig und lebt mit ihrem Mann Antoine in Paris ein ruhiges und geregeltes Leben. Als sie eines Tages ein sündhaft teures Klavier in Montmartre stimmen soll, trifft sie auf den Herrn des Hauses Serge, allerdings nur einen kurzen Augenblick. Doch dieser Augenblick reicht aus, um zu einer Affäre zwischen den beiden zu führen. Serge ist ebenfalls verheiratet, hat zwei Kinder und ist erfolgreicher Immobilienmakler. Er ist Anfang sechzig, hat aber die dreißig Jahre jüngere, attraktive und perfekte Frau Lucie an seiner Seite. Sein Leben verläuft in geregelten Bahnen, er sitzt in einem goldenen Käfig und lebt mit Lucie, die sich immer gut gelaunt und schön um alle häuslichen Dinge und die Kinder kümmert.

Als sich die Wege von Serge und Suzanne ein zweites Mal bei einem zufälligen Kneipenbesuch kreuzen springt der Funke über. Serge beginnt, fasziniert von Suzannes Art, keine Angst vor dem Leben zu haben, eine leidenschaftliche Affäre mit ihr. Beide entfliehen ihrem tristen Lebens- und Liebesalltag. Sie treffen sich in verschiedenen Wohnungen, die Serge später verkaufen will und er schafft es sich mit Hilfe von Suzanne mit einem schicksalshaften Vorfall aus seiner Kinderheit auseinander zu setzen. Indem sich Serge seiner Vergangenheit stellt, kann er sich von dieser Lebenslüge befreien und wieder zu sich selbst finden. Doch die Affäre bleibt nicht unentdeckt und beginnt das Leben der beiden auf schicksalshafte Weise zu beeinflussen.

Veronique Olmi erzählt aus verschiedenen Blickwinkeln und schreibt Suszanne dabei die Ich-Perspektive zu. Man erfährt, wie unterschiedlich alle Beteiligten die Wirklichkeit erleben. Die Autorin bedient sich dabei einer bestechenden Sprache, die in den Bann zieht. Sie entlarvt zwei sehr zerbrechliche Beziehungsgeflechte, die durch eine kurze Begegnung aus dem Takt geraten und danach nicht mehr diesselben sein werden. Ein außergewöhnlicher Roman über Gewohnheit und Überdruss, Lebenslüge und Neuanfang.

Zur Autorin:

Véronique Olmi wurde am 3. August 1962 in Nizza geboren. Sie wuchs mit fünf Geschwistern in einer katholisch-gutbürgerlichen Familie auf. Nach dem Schulabschluss besuchte Olmi die Regie- und Schauspielschule in Paris. Seit 1990 hat Olmi zwölf Theaterstücke verfasst, am Anfang stand sie bei deren Aufführung auch selbst auf der Bühne und/oder führte Regie. Ihre Theaterstücke wurden in viele Sprachen übersetzt, einige Stücke liegen auch in deutscher Übersetzung vor (bei Suhrkamp) und wurden in Deutschland, Österreich und der Schweiz aufgeführt. In Frankreich wurde sie, als eine der bekanntesten Dramatikerinnen des Landes, für ihre Arbeit mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.

Neben ihrer Regie und Bühnenarbeit schreibt sie seit 2002 Romane. Mit ihrem ersten Roman "Meeresrand" (2002) wurde Olmi von der Literaturkritik gefeiert. Ihre Romane stehen seit Jahren auf den Bestsellerlisten. Heute lebt sie mit ihren zwei Kindern in Paris. „Das Glük, wie es hätte sein können“ ist ihr zehnter Roman.

Pressestimmen zum Buch:

"Die Sprache, in der Veronique Olmi schreibt, ist manchmal sehr spröde, beinahe lieblos, man spürt wenig Wärme, aber immer eine ungeheure Leidenschaft, im Guten wie im Bösen. Genau das macht ihre Geschichten so faszinierend."
Christine Westermann, WDR frauTV

"Bestechend ist - wie so oft bei Olmi - die Sprache, die auch in der Übersetzung poetisch und suggestiv wirkt."
Franziska Wolffheim, Spiegel Online

"Seine Wucht zieht dieser Roman aus einer subtilen, psychologischen Spannung, die schwer auszuhalten ist." Kerstin Herrnkind, stern

Übrigens - diesen Roman gibt’s auch als eBook unter www.ostalb-onleihe.de.

Andrea Effinger (Stadtbibliothek im Torhaus)

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