Buchtipp für Erwachsene März 2016

Monique Schwitter: Eins im Andern

Droschl, 2015. - 232 Seiten
ISBN 978-3-85420-969-0 fest gebunden : EUR 19.00



(© Droschl Verlag)

Zum Buch:

Ausgehend von der Selbstmordnachricht eines vergangenen Liebhabers bricht eine ungefähr vierzigjährige Schriftstellerin zu einer Reise in die Vergangenheit auf.

Aus Langeweile googelt sie den Namen ihrer früheren großen Liebe und stellt fest, dass ihr ehemaliger Freund Selbstmord begangen hat. Bereits vor fünf Jahren hat er sich das Leben genommen und erschüttert muss sie feststellen, dass sie ihn während dieser Zeit gar nicht vermisst hatte, obwohl er in ihrem früheren Leben eine große Rolle gespielt hatte. Nach und nach denkt sie über gemeinsam Erlebtes mit ihm nach und über andere Männer, die ihren Weg gekreuzt haben bis hin zu ihrem Ehemann, mit dem sie nun zwei gemeinsame Kinder hat.

Aus vielen verschiedenen Puzzleteilen entsteht so die Lebensgeschichte einer Frau, die auf wundersam kluge Weise über die Liebe spricht und sich dabei immer mehr sich selbst nähert.

Der Roman spielt dabei mal in der erinnerten Vergangenheit, mal in der Gegenwart der Erzählerin, einiges wird erst angedeutet und später dann ausführlich analysiert. Ein unsichtbares Netz verbindet Vergangenheit und Gegenwart. Dabei läßt die Autorin auch Raum für die leise Zwischentöne, die weit in die Seele der Protagonistin blicken lassen.

Auf diese Weise gelingt es der Autorin, eine interessante und überraschende Handlung zu entwickeln, die auf sprachlich hohem Niveau fesselt. Ein wunderbarer Roman über die Liebe von heute, der gänzlich ohne Kitsch und Romantik auskommt.

Ausgezeichnet mit dem Schweizer Buchpreis 2015.

Zur Autorin:

Monique Schwitter, 1972 in Zürich geboren, lebt seit 2005 in Hamburg. Sie hat in Salzburg Schauspiel und Regie studiert und war unter anderem an den Schauspielhäusern in Zürich, Frankfurt, Graz und Hamburg engagiert.
2004 erhielt sie das Hermann-Lenz-Stipendium. Für ihren Debütband "Wenn’s schneit beim Krokodil", 2005, erhielt sie 2006 den Robert-Walser-Preis und den Förderpreis der Schweizer Schillerstiftung. Ihr Roman "Ohren haben keine Lider" und ihr Theaterstück "Himmels-W" erschienen 2008, der zweite Band mit Erzählungen, "Goldfischgedächtnis", 2011. Seit 2012 ist sie Mitglied der Hamburger Freien Akademie der Künste. 2013 erhielt sie für ihr Werk den manuskripte-Preis. Ihr Roman „Eins im Andern“ wurde 2015 mit dem Schweizer Buchpreis ausgezeichnet.

„Monique Schwitter hat mit 'Eins im Andern' einen ebenso klugen wie berührenden Roman darüber geschrieben, wie man die Liebe hält - indem man einen Roman über sie verfasst.“ (Wiebke Porombka, FAZ)

"Monique Schwitter beschwört mit ihrem neuen Roman ein magisches Denken: Die Liebe ist nur zu verstehen als ein Kreislauf von Kommen und Gehen." (Claudia Kramatschek, Deutschlandfunk Büchermarkt)

vorgestellt von Andrea Effinger

(© Matthias Ortel)

Monique Schwitter

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